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"Lux - Light - Lumen - Licht" - Eine Konzertnachlese

© Foto: Antje Jess

Eigentlich war es für September 2025 geplant – das Konzert des Kammerchores zum Thema Licht unter der Leitung von Benedikt Woll.

Doch damals fiel es der ersten Krankheitswelle nach den Sommerferien zum Opfer. Ein Verlust, aber gottlob kein endgültiger! Oder anders betrachtet: Nun, zu Jahresbeginn, passte das Programm atmosphärisch noch viel besser:


Gerade im Januar – die Nächte sind lang, die Tage nicht selten trüb, der Dezember mit seinem Lichterglanz ist vorbei – geht solche Musik mit unserem inneren Sehnen nach Licht doch noch viel tiefer in Resonanz.
Das ließ sich auch an der deutlich dreistelligen Besucherzahl ablesen.

Wenn Benedikt Woll ein Programm kuratiert, dann weiß man inzwischen: Das hat Tiefgang, Anspruch – und ist fest in unserem Glauben verankert.

Johannes Brahms etwa stellt sich in seinem Werk „Warum ist das Licht gegeben?“ der zentralen Frage, warum es in der Welt bisweilen so „ungerecht“ zugeht, dass Licht und Leben den Mühseligen gegeben ist, aber die des Lebens fröhlich sind, „das Grab bekommen“. Das Werk wandelt diese anfängliche Klage schließlich in ein hoffnungsvolles: „Mit Fried und Freud fahr ich dahin, in Gottes Willen, getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille.“

„Lux - Light - Lumen - Licht“ bot Chor- und Orgelmusik vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, unter anderem „O nata lux“ von Thomas Tallis (16. Jhd.) über den Orgel-Choral von Bach „Wenn wir in höchsten Nöten sein“ bis hin zu Werken von Brahms, Stanford und Duruflé.
Zum Ende hin zwei moderne Werke: „Northern Lights“ von Ola Gjeilo (1978-) – eine Vertonung des Hohelieds der Liebe und „Sure on this shining night“ von Morten Lauridsen (1943-).

Der 20-köpfige Kammerchor sang sich souverän durch dieses anspruchsvolle, klanglich vielfältige Programm. Ein herzliches Dankeschön!

An der Orgel (und am Klavier) saß Haruka Kinoshita, zweite Kirchenmusikerin an der Hauptkirche St. Nikolai und kirchenmusikalische Assistentin an der Hauptkirche St. Katharinen zu Hamburg. Danke, Haruka!
Und danke Benedikt, dass du unsere Gemeinde so ernsthaft musikalisch bereicherst!

Autorin: Antje Jess (Kirchengemeinde Reinbek-Mitte)